DRACHEN – eine shooting performance
Do 17. Oktober 2013, Kapitelplatz, Salzburg
18.00 bis 19.00 Uhr


DRACHEN sind die bewusste Erfindung von Menschen, um Schätze vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Diese These von Josef Reichholf sollte anhand eines zuletzt im Kalten Krieg zur Abschreckung eingesetzten Kraftfahrzeuges bildlich und performativ erprobt werden. Ein russischer Armeelaster der Marke KRAS flog feuerspeiend an einem Kran über den Salzburger Dom. Kann Gerlinde Roidinger mit ihrem Schwert den Kunstraub verhindern? Oder erkämpft sie gar selbst den Zugang zum Domschatz?

 Gerlinde Roidinger facing the dragon © Magdalena Lepka

Gerlinde Roidinger facing the dragon © Magdalena Lepka

DRACHEN ist im Kern ein performatives Setting mit Tanz, Lastwagenflug an Kran, Stunt und Feuer. Dabei geht es nicht darum, dass eine spektakuläre Performance möglichst vielen Menschen Schauder über den Rücken jagt, sondern um die ikonographische Transformation und Abbildung eines mythologischen Geschehens durch Photographie und Film (Invisible Tale). 

Die Performance fand während der Dämmerung am Kapitelplatz statt und bot etlichen Zuschauern und Kameras die Gelegenheit, den feuerspeienden, fliegenden Lastwagen als Drachen in Verbindung mit der Silhouette der Stadt abzubilden. 
Am Boden und am angehobenen Objekt fand während dieser Zeit choreographierte menschliche Bewegung statt. 

Das heißt: wir erzählen die Geschichte eines idealisierten Drachens, der sich anschickt, die Kunstschätze Salzburgs zu rauben, zu plündern. Im Hintergrund steht die Frage nach einer Genealogie des Drachenbildes und der Drachenerzählung als Sinnbild für Bedrohung und Rettung durch Mut. Wie ist diese “Story” codiert? Wie ist sie entstanden, wie wird sie tradiert? Welchen Sinn könnte sie für sich verbuchen und welche innere Struktur sichert ihr das Überleben?
Es geht also um eine Fortschreibung der Drachengeschichte mit den Möglichkeiten des zeitgenössischen Tanzes und einer Technik, die in all ihrer Zweckmäßigkeit immer auch an archaische Muster apelliert. 


Lawine Torrèn ist Kommunikation durch Bewegung.
"Kultur bedeutet, Gründe bereitzustellen, die es ermöglichen, das, was der eine feiert, vom anderen kritisieren zu lassen." (Dirk Baecker: Wozu Kultur?, S. 9, Berlin: Kadmos 2003)

 

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