hochwald in wildshut

Ein Tanz der Landschaften im Stiegl-Gut in Wildshut.
St. Pantaleon, November 2015


Adalbert Stifters Erzählung Hochwald als Naturtheater vom Paradies
Ein Vater fürchtet während des Dreißigjährigen Krieges um die Sicherheit seiner beiden Töchter und bringt sie deshalb in ein verstecktes Waldhaus. Dieses Haus befindet sich an einem See im unberührten Forst. Dennoch wird das Versteck von einem jungen Mann entdeckt, der eines der Mädchen liebt.

Vor dem Hintergrund dieser Erzählung über den Wald, die Unschuld und das Streben nach Sicherheit, geht es um die Zukunft der Natur.„Während wir uns über die Entwicklung der Städte im 21. Jahrhundert Gedanken machen, fehlt ein gestalterischer Plan, wie sich jene Naturlandschaft entwickeln sollte, die längst nicht mehr unabhängig vom Menschen dahinwächst. Aller Wald, alles Land in Europa ist von Menschenhand gemacht. Wie also stellen wir in Hinkunft die Natur her?“ so Regisseur Hubert Lepka.

 © Bernhard Müller

© Bernhard Müller

Der Wald kommt ins Moarhaus
Die Textfassung von Joey Wimplinger übersetzt die romantische Erzählung Stifters von 1842 ins Brauereiensemble von Wildshut. Beflügelte Tänzer, rotierende Bäume, schwebende TV-Studios, brennende Bilder, mahnende Feuerwehren und die Blasmusik als langsame Eingreiftruppe – ein überdimensionaler Tanz, ein Reigen, ein Fest. Das Moarhaus und seine Umgebung werden als bewegte Naturlandschaft begreifbar.
 
Klangwolke erstmals unplugged
Peter Valentins Originalmusik zu Hochwald bringt Marschmusik und die hochentwickelte Plyphonie der Spätrenaissance in den Kontext zeitgenössischer Elektronik. Und zwar als Musikdramatik im Sinne von erzählender, emotionalisierender Filmmusik.

Wir übersetzen in der Fassung Wildshut die gesamte Linzer Klangwolke 2015 in die bestehende Gebäudehülle des Moarhauses. Dies gelingt umso eher, als Hochwald ja auf einer Arbeit beruht, die im Juni 2015 als Sägewerk die Sommerszene im Salzburger Stadtkino eröffnete. Alle szenischen, akrobatischen, teils spektakulär maschinellen und filmischen Elemente einer der besten Klangwolken, die es je gab, ließen sich bei entsprechender Redimensionierung im diesem wunderbaren Innenraum ins Werk setzen.

 

Trailer

© 2016 Stefan Aglassinger, music by Peter Valentin

Photos

 Hochwald in Wildshut © Bernhard Müller

Hochwald in Wildshut © Bernhard Müller