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SÄGEWERK – zur Eröffnung der Sommerszene 2015 –, das müsste ungefähr die 35. Produktion sein, die Marion Hackl gemeinsam mit lawine torrèn erlebt. In dieser Rechnung ist das Erfolgsschauspiel Hannibal, in dem sie die verführerische Dido verkörpert, allerdings nur einmal und nicht 12 mal gezählt. Die gebürtige Passauerin begleitet das Künstlernetzwerk als Schauspielerin/Tänzerin schon seit der Gründung 1992. Erste Projekte und die Begegnung mit Hubert Lepka gab es aber auch schon davor.

„Mit Hubert arbeite ich seit Williamswood, das müsste 1992 gewesen sein. Dieses Filmprojekt ging der Bühnenproduktion Newton voraus und ist mir noch in bester erinnerung: die Zeit auf der Oberalm, wunderbarste Natur – Drehort Seewaldsee, konzentriertes Arbeiten, so viel Gaudi, und ein spannendes New Yorker Filmteam“, erinnert sich Marion Hackl.

 Williamswood, Seewaldsee © Cala Beinsteiner

Williamswood, Seewaldsee © Cala Beinsteiner

Parallel zu ihrem Bühnenbild- und Kostümentwurfsstudium  in der Meisterklasse Bruno Gallee am Mozarteum wurde sie Ensemblemitglied bei „Vorgänge“, einer international sehr erfolgreichen Bewegungstheater-Formation. Dadurch wurde Mitte der 1980er-Jahre ein Schauspielstudium bei Philip Gaulier in Paris möglich und weitere Jahre der Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich folgten. Als Mitglied bei „Vorgänge“ war Marion Hackl auch an zahlreichen Koproduktionen mit renommierten Choreographen und Regisseuren beteiligt, die oftmals auf Initiative der Szene Salzburg/Stadtkino entstanden: Laurie Booth, Wim Vandekeybus, Nadine Ganase (Rosas), Roxane Huilmand (Rosas) oder Walter Lott (Actors Studio N.Y.) sind nur einige der Namen. Irgendwann in dieser Zeit traf sie auf Hubert Lepka, der damals ebenso „mit von der Partie“ war, und man begann gemeinsam Projekte zu realisieren. Rollen sollte es für Marion Hackl viele geben — laute und leise, doch allen voran die außergewöhnlichen und herausfordernden.

Da waren und sind: Frieda in Teilung am Fluss (Linzer Klangwolke 2005), Pallas Athena in Taurus Rubens (Eröffnung des Hangar-7, 2003), Grace in Dinner mit Jérome (2008), Hazel Chapman in der Jochen Rindt Rennfahreroper (Salzburgring 2009), Chairman in Baby Jet (Linzer Klangwolke 2010) oder Dido in Hannibal - Gletscherschauspiel (2001-2019).

 Dido in "Hannibal" © Bernhard Spöttl

Dido in "Hannibal" © Bernhard Spöttl

Immer wieder scheint Marion Hackl auch als Co-Regisseurin bei Lawine Torrèn auf, so etwa bei den als Kammerspiel angelegten invisible tales, bei Friedl mit der leeren Tasche oder Schafberg 1911. „Da ergänzen wir uns prächtig, finde ich. Hubert bringt faszinierende, spannende, groß denkende, witzige Drehbücher zur Welt, und meine Aufgabe als Co-Regisseurin ist es, damit in die Tiefe zu gehen, die Schauspieler zu führen und den Texten und Szenen zu ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit zu verhelfen. Außerdem ist es immer ein großes Vergnügen und reizvoll mit den Texten von Joey Wimplinger zu tun zu haben. Ebenso ist das Arbeiten mit dem Team eine Freude.“

Zudem freut sich Marion Hackl, mit SÄGEWERK und im Rahmen einer Lawine Torrèn-Poduktion wieder im Theater(raum) zu spielen. „SÄGEWERK bedeutet auch ein zurück auf unsere ehedem sehr frequentierte Haus- und Hofbühne. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wo für mich eigene Weiterentwicklung erkennbar wird.“ Auf die Frage, wo sich der Unterschied zwischen den großen und kleineren Outdoor-Produktionen und dem Spiel im Theater festmachen lässt, antwortet Marion Hackl: „Die Art des Spielens, die Aufgaben und Herausforderungen sind gar nicht so sehr verschieden. Auch in den Outdoor-Produktion ist häufig ebenso differenziertes Spiel angesagt und wird auch mit feiner Klinge inszeniert, weil die Übertragung auf die Videowalls ja selbst bei großen Distanzen jedes kleine Detail sichtbar macht. Was sich mitunter schon unterscheidet: auf der Bühne können sich die Szenen etwas mehr Raum nehmen, die Figuren und Beziehungen untereinander haben mehr Chance, sich zu entwickeln, sich vielschichtiger zu gestalten.“

 Anna Karina, Nana, in "Zorn of God" NYC © John Cordes

Anna Karina, Nana, in "Zorn of God" NYC © John Cordes

Zur Arbeit als freischaffende Schauspielerin, Tänzerin, Kostümbildnerin und Choreographin kam ab 2000 auch die Tätigkeit als Regisseurin. Im Regieteam mit dem Architekten und Bühnenbildner Johannes Stockinger und dem Autor und Dramaturgen Joey Wimplinger entstanden zahlreiche Inszenierungen und Stücke, wie u.a. „Hauptsache Arbeit“, „Hystericon“, “Animal Farm“, „Fairyland Desaster nr°1“, „Movie“, „Ressentimental Journey“, „Raus bist du“. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Marion Hackl auch mit dem Schauspielhaus Salzburg, wo sie regelmäßig Regie führt und an der Schauspielschule unterrichtet. Lehraufträge führen sie ebenso ans Mozarteum und ans Musische Gymnasium.

 Fremde Frau in "FRIEDL mit der leeren Tasche" @ Ernst Lorenzi

Fremde Frau in "FRIEDL mit der leeren Tasche" @ Ernst Lorenzi

Nach SÄGEWERK geht es für Marion Hackl im September 2018 wieder auf „Wanderschaft“. Der große Erfolg von Friedl mit der leeren Tasche  in den vergangenen Jahren bringt eine Wiederaufnahme des Live-Roadmovie — und viele Kilometer Wandertheatervergnügen. Marion Hackl ist als „Fremde Frau“ dabei. Eine Fremde ist sie vielleicht im „Friedl“ — doch bestimmt nicht bei lawine torrèn. (Juni, 2015)

 

1. Szene Hochwald

Moderatorin in HOCHWALD - Linzer Klangwolke 2015 © Stefan Aglassinger


Photos Marion Hackl - Lawine Torrèn